{"id":3331,"date":"2023-11-03T11:09:35","date_gmt":"2023-11-03T10:09:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.johanna-tschautscher.eu\/?page_id=3331"},"modified":"2025-11-24T18:52:58","modified_gmt":"2025-11-24T17:52:58","slug":"regiestatement","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.johanna-tschautscher.eu\/index.php\/regiestatement\/","title":{"rendered":"Regiestatement Ren\u00e9 Girard"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ren\u00e9 Girard \/ Der lange Weg von der Gewalt zur Liebe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ren\u00e9 Girards Denkverm\u00f6gen fasziniert durch die Qualit\u00e4t seiner \u00dcberzeugung den eigenen Grundthesen ein Leben lang nachgehen zu wollen. Seine wissenschaftliche Genauigkeit verfeinert vorangegangene Ungenauigkeiten und bessert Fehler schrittweise aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Der von Girard entdeckte Zusammenhang der Gewalt mit dem Sakralen, das oft mit dem Heiligen gleichgesetzt wird, bringt eine ambivalente Botschaft: Das \u2018sakrifizielle Christentum\u2019 das<strong> <\/strong>einen Gott behauptet, dessen Zorn nur durch ein Opfer bes\u00e4nftigt werden kann. Und ein jesuanisches Gottesbild, das f\u00fcr fast 2000 Jahre ein Schattendasein fristete, der durch und durch gewaltlose Gott.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Es brauchte die Aufkl\u00e4rung und die Psychoanalyse, bis diese Perversion entdeckt werden konnte.&#8220; (Girard) Nun \u00f6ffnet sich eine ganz neue \u00c4ra: der Gewaltlose Gott. Das Christentum kann nach der Forschung von Ren\u00e9 Girard ein Gewalt enthaltenes Gottesbild aufkl\u00e4ren und hinter sich lassen und eine jesuanisch-christliche Spiritualit\u00e4t entwickeln, die allen Religionen gegen\u00fcber lernoffen ist, integral: der Gott bedingungsloser Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Film f\u00fchrt in Girard&#8217;s Theorien ein, zeigt aber noch nicht die gigantische Spannweite seiner daraus folgenden interdisziplin\u00e4ren, verst\u00e4rkt die Psychologie sowie die Mystik betreffenden Folgeforschungen und Gedanken. Verzweigt, verschlungen und mit lehrreichen Umwegen f\u00fchrt Girard seine Forschung weiter und entdeckt den Gnade gebenden Gott, vertiefte sich, freute sich auch im Alter noch kindlich \u00fcber neue Erkenntnisse und gab immer auch den Raum frei f\u00fcr andere. Letzteres f\u00fchrt zu einer Ganzheit, die Girard sehen konnte, er regt an die narzisstischen Neigungen zu \u00fcberwinden, er erkannte diese auch an sich selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben den wichtigen Theorien \u00fcber das mimentische Begehren und den S\u00fcndenbockmechanismus spricht der Film auch \u00fcber Girards Gedanken zur Apokalypse, dem Krieg, dem offenen Ende f\u00fcr die Menschheit und einem Gott, der nichts vorherbestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Drei Monate rang ich nach einer Entscheidung f\u00fcr den Schluss des Filmes. Endet der Film mit Ren\u00e9 Girards Kenntnis \u00fcber die Gnade oder mit der offenen Geschichte, die aus Sicht von Girard auch das Ende der Menschheit bedeuten k\u00f6nnte, wenn diese sich dazu entscheidet. Ich musste mich fragen, ob es eine Einmischung in sein Denken w\u00e4re, der Gnade den Vorzug zu geben, oder ein Verkennen des offenen Gottes, der der Menschheit ihre Entscheidungen \u00fcberl\u00e4sst. <\/p>\n\n\n\n<p>Im Schnitt folgte ich der dichten, geistvollen, wendigen Intellektualit\u00e4t und der sch\u00fcchterner doch \u00fcberzeugten Religiosit\u00e4t des Denkers.<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfer Dank gilt Frau Martha Girard, die mir Fotos von ihrem Mann zur Verf\u00fcgung stellte. Damit konnte seine Kindheit und Jugend filmisch bekannt gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ren\u00e9 Girard \/ Der lange Weg von der Gewalt zur Liebe Ren\u00e9 Girards Denkverm\u00f6gen fasziniert durch die Qualit\u00e4t seiner \u00dcberzeugung den eigenen Grundthesen ein Leben lang nachgehen zu wollen. Seine wissenschaftliche Genauigkeit verfeinert vorangegangene Ungenauigkeiten und bessert Fehler schrittweise aus. 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